ThSV Eisenach verliert letztes Heimspiel gegen Aufsteiger Essen Drucken E-Mail
29.05.12
Den Abschied hatte sich Roel Adams anders vorgestellt: Der Holländer, der vor gut eineinhalb Jahren vom SVH Kassel in die Wartburgstadt kam, verlor mit Handball-Zweitligist ThSV Eisenach sein letztes Spiel in der Werner-Aßmann-Halle gegen den bereits feststehenden Erstliga-Aufsteiger Tusem Essen 24:27 (5:13).
 

Eisenach. Trainer Adalsteinn Eyjolfsson musste erneut auf seine Rückraum-Asse Sklenak und Lilienfelds sowie Linksaußen Lindner verzichten. Die Gäste trumpften mit spielerischer Lockerheit auf. Zu einfallslos agierten die Gastgeber gegen eine sattelfeste Tusem-Abwehr. Die vielfach unplatzierten Würfe wurden eine sichere Beute für Keeper Bliß. "Wir fanden einfach nicht ins Spiel, so ist die erste Halbzeit einfach in die Hose gefallen", meinte Adrian Wöhler. Bis zur 25. Minute gelang dem ThSV ganze drei Treffer. Essen führte 12:3.

Ein Debakel schien sich anzubahnen. Der ThSV hatte an diesem Tag nur einen einzigen torgefährlichen Rückraumspieler: Daniel Luther. Mit zwei Kreisläufern schufen die Eisenacher im zweiten Abschnitt für diesen die Räume zum Torwurf. Den mageren fünf Vorpausentreffer ließen die Thüringer neunzehn nach dem Seitenwechsel folgen.

Essen kontrollierte dennoch den Spielverlauf. Die Wartburgstädter lagen 13:21 hinten (45.), zeigten Charakter, initiierten eine kaum für möglich gehaltene Aufholjagd, die Luther mit seinem Treffer zum 15:23 (47.) einleitete. Da ließen die Eisenacher auch einmal ihre spielerischen Qualitäten aufblitzen, wenn sie zu allen drei Kreispositionen kombinierten. Auch eine Auszeit der Gäste konnte den Schwung der Wartburgstädter nicht abmindern. Trautvetter und Kaluzinski trafen zum 22:26 (56.). Essens Lindt hämmerte das Leder über das Eisenacher Gehäuse. Auf der Gegenseite konnte Heinemann nur regelwidrig gestoppt werden. Trautvetter verwandelte den fälligen Siebenmeter zum 23:26 (58.).

Die Gäste zeigten plötzlich Nerven. Doch Miljak und Kaluzinski scheiterten am Tusem-Schlussmann. Essens Lindt traf zum 23:27 und Wöhler zeichnete sich für den Endstand verantwortlich. Die dritte Heimniederlage im 19. Heimspiel war Realität. Auch wenn der sportliche Abschied aus der heimischen Halle für Adams daneben ging, im letzten Spiel beim VfL Potsdam (Samstag, 19.30 Uhr) will sich der Holländer mit einem Erfolgserlebnis vom ThSV verabschieden.