Marktplatzturnier: Bundesligisten trotz Regenwetters mit erstem Test zufrieden Drucken E-Mail
24.07.12
Zu einem frühen Zeitpunkt nur wenige Tage nach Beginn der Vorbereitung, die in diesem Jahr - geprägt von den Olympischen Spielen - bei vielen Teams in verminderter Besatzung betrieben wird, fand in Esslingen das traditionelle Marktplatzturnier statt. Wegen des schlechten Wetters fand das Turnier jedoch in der Sporthalle statt.

Am Start waren die beiden Erstligisten VfL Gummersbach und HBW Balingen-Weilstetten, die Aufsteiger TuSEM Essen und TV Neuhausen/Erms, Zweitligist TV Bittenfeld, A1 Bregenz und Union Juri Leoben aus der österreichischen HLA, sowie Tatran Presov aus der Slowakei. Der VfL Gummersbach wurde dabei seiner Favoritenstellung gerecht und gewann das Turnier - der Zweitplatzierte war hingegen eine der Überraschungen des Turniertags in Esslingen.

„Esslingen ist für uns interessanter als andere Turniere, die später in der Vorbereitung kommen. Mit Essen, Neuhausen und Gummersbach sind drei Vereine dabei, die mit Blick auf die Liga wie wir eher in der unteren Tabellenhälfte einzuordnen sind. Die Spiele geben deshalb erste Hinweise, wo man im Vergleich mit den Konkurrenten steht”, schätzt HBW-Trainer Rolf Brack das Turnier nicht nur als einen ersten Meilenstein in der Vorbereitung, sondern auch als ernsthafte Prüfung gegen gleich stark eingeschätzte Teams. Insbesondere mit dem Engagement seiner Mannschaft konnte der HBW-Übungsleiter am Ende zufrieden sein, auch wenn es nicht zu einer Platzierung ganz vorne reichte: „Wir haben zwei Partien unter schwierigen Bedingungen gedreht. Die Abwehr und unsere Konter haben mir gut gefallen, obwohl wir das im Training noch nicht thematisiert hatten”, so der Trainer des Drittplatzierten.

HBW Balingen-Weilstetten gewann das Siebenmeterwerfen um Platz 3 gegen TuSEM Essen. Beim Aufsteiger vom Südrand des Ruhrgebiets war man derweil ebenso zufrieden mit den Spielen, die in Esslingen absolviert wurden. Der sportliche Leiter Stefan Krebietke war eigens angereist, „um die Entwicklung der Mannschaft zu verfolgen” und zeigte sich zufrieden: „ Für uns ging es hauptsächlich darum, alle Spieler zum Einsatz zu bringen, besonders die neuen weiter zu integrieren und die Spielabläufe zu festigen. Wir haben gesehen, dass wir auch gegen einen Erstligisten wie den VfL Gummersbach mithalten können und sind auf einem guten Weg, dass die Mannschaft zum Saisonstart optimal eingestellt ist.” Bei der 8:10-Niederlage gegen den VfL hatte sich der TuSEM Essen zu viele technische Fehler geleistet und die Chancenauswertung war nicht optimal, spürte das Team von Maik Handschke den harten Wind der ersten Liga.

Mehr zu lachen hatte hingegen der TV Neuhausen/Erms. Der Aufsteiger kämpfte sich ins Finale vor, besiegte in der Vorschlussrunde den HBW Balingen-Weilstetten mit 16:11, rang Presov einen Punkt ab und unterlag am Ende nur dem VfL Gummersbach, mit 10:14. Goalie Thomas Bauer avancierte dabei mit teils spektakulären Paraden zum Erfolgsgaranten, und auch davor passte beim TVN schon sehr viel zusammen. „Wir haben vieles schon besser gemacht”, verglich Markus Gaugisch die Turnierleistung mit jener aus dem ersten Testspiel unter der Woche. Der TVN präsentierte sich beim zweiten Auftritt in der Vorbereitung mit einer beachtlichen Leistung, die neuen Spieler scheinen bereits jetzt integriert. „Die Mannschaft hat es uns leicht gemacht”, erzählt Philipp Seitle, der sich die Regisseur-Rolle mit Ferdinand Michalik teilt.

Naturgemäß zu kämpfen hatte mit dem TV Bittenfeld der einzige Zweitligist im Feld, zumal das Team von Günter Schweikardt in der Gruppe B mit dem VfL Gummersbach und TuSEM Essen auf den topgesetzten Erstligisten aus dem Oberbergischen und den regionalen Aufsteiger traf. An diesem Tag war nur Union Juri Leoben in Schlagdistanz. Nach drei Niederlagen, das Spiel gegen das Team aus Österreich endete unglücklich 14:15, konnten die Verantwortlichen des TVB dem Turnier jedoch zumindest einen positiven Aspekt abgewinnen: Gegen Gummersbach hatte man eine gute Leistung gezeigt, auch wenn der VfL am Sieg nie einen Zweifel gelassen hatte. Am kommenden Wochenende geht die Vorbereitung für die drei süddeutschen Teams in Backnang weiter, beim Sorg Wohnen Cup treffen die Bittenfelder neben dem TV Neuhausen/Erms und dem HBW Balingen-Weilstetten auf den Drittligisten SG H2Ku Herrenberg.