Kandidat Szargiej Drucken E-Mail
16.01.08
Das ehemalige Tusem-Idol soll Nachfolger von Trainer Pfänder werden. Szargiej wäre prinzipiell bereit zu helfen, doch es gibt noch einige Dinge zu klären. Entscheidung fällt in den nächsten Tagen

HANDBALL 1. BUNDESLIGA Als Krzysztof Szargiej (44) gestern zum Training in Hagen erschien, musste er wohl einiges klären. Natürlich hatte es sich auch bis zum Handball-Regionalligisten VfL Eintracht Hagen herumgesprochen, was da am Dienstag in der Zeitung stand: "Szargiej wird Trainer beim Tusem". Ausgerechnet jetzt! Die Hagener haben soeben erst in der Regionalliga West die Tabellenspitze übernommen. Und nun sollen sie einen Vater des Erfolges so einfach ziehen lassen?

Jens Pfänder, der Trainer beim Essener Erstligisten, hatte in einem Interview bei einem Internetportal verkündet, dass er zum Saisonende beim Tusem Schluss machen werde. Ort und Zeitpunkt sind spektakulärer, als die Entscheidung selbst, denn im Juni endet sein Vertrag ohnehin. Doch diese Nachricht ist der Nährboden für Spekulationen. Dass Krzysztof Szargiej ein Kandidat für Pfänders Nachfolge ist, liegt auf der Hand. Der Abwehrstratege und Kreisläufer hat viele Jahre beim Tusem gespielt, wurde dort Deutscher Meister, Pokal- und Europapokalsieger. Und sammelte auch Erstliga-Erfahrung auf der Trainerbank, als er bis 2005 Chef-Trainer Iouri Chevtsov sekundierte. Und Szargiej sagt auch heute noch: "Der Tusem, das ist mein Verein!"

Aber Horst-Gerhard Edelmeier, Chef der Profi-Handballer auf der Margarethenhöhe, stellte gestern klar: "Ja, wir haben mit Szargiej gesprochen. Aber noch ist absolut nichts entschieden." Es gebe zwei entscheidende Dinge zu klären. Szargiej sei bis zum Juni 2008 in Hagen gebunden. "Und wenn sie ihn da nicht freigeben, bleibt er in Hagen. Außerdem hat Krysztof ja auch noch seinen Beruf bei den Essener Stadtwerken. Wenn man sich dort querstellt und ihn nicht freistellt, kann er auch nicht kommen."

Freilich hat Edelmeier schon Szargiejs Arbeitgeber kontaktiert und will durchaus positive Signale empfangen haben. Aber es wird nichts verkündet, solange nichts entschieden ist. Allerdings meint man herauszuhören, dass das Bundesliga-Schlusslicht auf die Rückrunde wohl schon von dem Neuen vorbereitet wird und Jens Pfänder somit vorzeitig gehen muss. Zu zerrüttet scheint das Verhältnis zwischen dem Chef-Coach und der Mannschaft.

Szargiej betont ebenfalls, dass es noch nichts Konkretes zu sagen gibt. "Ich habe in Hagen eine Mannschaft aufgebaut, da schmeiße ich doch nicht so ohne weiteres alles sofort hin." Allerdings räumt er ein, durchaus für die Aufgabe bereit zu sein, um dem Tusem zu helfen. Auch sofort, wenn es möglich und gewünscht ist. "Ich habe mich aber zu keiner Zeit angeboten." In den nächsten Tagen werde er mit Edelmeier sprechen. "Dann fällt die Entscheidung."

WAZ Online