Tusem muss dritten Abgang verkraften Drucken E-Mail
15.01.08
Manager trat zum Jahresende zurück. Nach dem Kapitän kündigt jetzt auch der Trainer seinen Weggang an

Essen. Beim Handball-Bundesligisten Tusem Essen ist eine weitere Personalentscheidung gefallen: Trainer Jens Pfänder wird das Schlusslicht der 1. Liga zum Saisonende verlassen - aus familiären Gründen, wie er sagt.

Nachdem Ende Dezember schon Essens Manager Jens Wachowitz seinen Rücktritt vollzogen hatte und auch Kapitän Mark Schmetz zur neuen Spielzeit zum TBV Lemgo wechseln wird, verliert der Tusem in Jens Pfänder bereits den dritten Eckpfeiler.

Für Februar waren bei dem Aufsteiger Gespräche mit dem Trainer geplant, dessen Vertrag zum Saisonende ausläuft. Doch mit seiner Entscheidung stellte Pfänder die Essener Verantwortlichen vor vollen-dete Tatsachen. Mit seinem Beschluss zum Weggang wollte Pfänder noch vor dem Rückrundenstart für klare Verhältnisse bei den abstiegsbedrohten Essenern sorgen.
 
"Das gibt dem Verein Planungssicherheit. Die Trainerpersonalie wird den Verein und mich im Kampf um den Klassenerhalt nicht mehr belasten. So ist es für beide Seiten die beste Lösung", meint Pfänder. Jetzt könne sich jeder - Spieler, Trainer und Verantwortliche - hundertprozentig auf die "Mission Klassenerhalt" konzentrieren.

Dass Pfänder an die Öffentlichkeit gegangen ist, verwundert jedoch Horst-Gerhard Edelmeier, Geschäftsführer der Tusem GmbH. "Bereits bei Pfänders Verpflichtung im Februar 2007 war klar, dass sein Arbeitsvertrag am 30. Juni 2008 endet", sagt Edelmeier. Das sei keine Neuigkeit. Anzeichen, dass die Zusammenarbeit nicht weitergeführt werden würde, gab es allerdings nicht. So gesehen kommt die Nachricht doch überraschend. Die Frage, ob Pfänder für Tusem überhaupt ein Thema über das Saisonende hinaus gewesen wäre, stellt sich für Edelmeier nun nicht mehr.

Wer im Sommer Pfänders Nachfolger wird, ist für Edelmeier momentan zweitrangig. "Wir warten erstmal ab", so der Tusem-Boss. Denn viel wichtiger sei doch, in welcher Liga der Tusem in der nächsten Saison spielt. "Es ist ja auch viel einfacher, einen Trainer für die erste als für die zweite Liga zu finden."

Als einer der Kandidaten gilt, wie am Montag verlautete, Kristof Shargy, früherer Spieler und Assistenztrainer beim Tusem. Er ist jetzt beim Regionalligisten Eintracht Hagen tätig und wird angeblich bereits zu Beginn der Rückrunde in Essen erwartet.

WAZ Online