Ein bislang unbekannter Torhunger Drucken E-Mail
01.01.08
Gunnar Dietrich zeigte sein bestes Spiel im Tusem-Trikot. Der junge Abwehr-Spezialist ging auch im Angriff beherzt zur Sache

Bislang war er eher als zuverlässig zupackende Verteidigungs-Kraft im Innenblock in Erscheinung getreten. Beim Mut machenden Heimerfolg über Magdeburg zeigte Gunnar Dietrich aber auch erstmals, dass er im Angriff ein wichtiger Pfeiler im Hause Tusem sein kann. Der Halblinke erzielte sechs Treffer - so viele wie noch nie in einem Bundesligaspiel. Klar, dass solch großen Taten auch entsprechend große Lobes-Hymnen folgten.

"Gunnar war schon im Training heiß und hat super getroffen. Und toll, dass er das auch im Spiel gemacht hat", sagte Teamkapitän Mark Schmetz. Trainer Jens Pfänder hatte vorher noch mit dem U-20-Vizeweltmeister geflachst: "Wenn du ein Tor per Schlagwurf erzielst, dann gewinnen wir dieses Spiel." Und Dietrich hielt sich an diese Anweisung von höchster Stelle. Doch er traf auch per Sprungwurf sowie im Anschluss von beherzt vorgetragenen Einzelaktionen. "Die ersten Tore haben mich beflügelt. Man traut sich danach einfach mehr zu. Und danach war ja jeder Versuch drin."
 
Und wie fühlt es sich an, vor ausverkaufter Halle und den eigenen Fans so zu glänzen? Da lächelte Dietrich kurz und gab offenherzig zu: "Einfach geil! Großartig!"

Nach seinem Wechsel aus der 2. Bundesliga vom Insolvenzklub Salamander Stuttgart zum Erstliga-Aufsteiger Tusem hat Dietrich große Fortschritte gemacht. "Ich bereue nichts. Im Nachhinein war das genau die richtige Entscheidung", sagt der Schlaks, der auch in U-20-Nationaltrainer Martin Heuberger einen wichtigen Fürsprecher hat. Er habe sich aber nicht nur körperlich und spieltaktisch verbessert, so Dietrich. "Das Wichtigste sind die Erfahrungen, die ich in jedem Bundesligaspiel gegen die Weltklasse-Leute sammeln darf."

Die nun anstehende Spielpause nutzt das Rückraum-Talent, um die Tage über Silvester in seiner schwäbischen Heimat bei der Familie zu verbringen. "Ich bin froh, mich etwas erholen zu können. Die Anstrengungen der vergangenen Monate sind schon in den Beinen zu spüren", sagte Dietrich. Er kam übrigens als letzter Tusem-Akteur vom Spielfeld zur Kabine. Fast alle Fans wollten ein Autogramm vom Überraschungs-Torjäger des Tages haben. tric

WAZ Online